Die Liste der Vorteile steht in jeder Werbebroschüre. Interessanter ist die Trennung: Was ändert sich wirklich, was kann ein guter Kabelanschluss genauso, und was bleibt, wie es war?
Was sich wirklich ändert
Der Upload. Das ist der Punkt, an dem die Technik einen echten Sprung macht und nicht nur eine größere Zahl liefert. Ein Kabelanschluss gibt dir oft ein Zwanzigstel des Downloads zurück, ein Glasfaseranschluss die Hälfte oder denselben Wert.
Gemerkt hat das jeder, der in einer Videokonferenz saß, während nebenan ein Backup lief oder jemand ein Urlaubsvideo hochlud. Die Leitung nach draußen ist die schmale Richtung, und sie ist der Grund, warum im Homeoffice das Bild einfriert, obwohl der Vertrag eine große Zahl nennt.
Das Verhalten unter Last. Beim Fernsehkabel teilen sich die Haushalte eines Straßenzugs einen Strang. Abends um acht merkt man das. Bei Glasfaser ist der geteilte Abschnitt so groß dimensioniert, dass die Tageszeit keine Rolle mehr spielt.
Die Unabhängigkeit von der Entfernung. Über Kupfer entscheidet der Abstand zum Verteiler darüber, was ankommt. Wer am Ortsrand wohnt, bekommt aus demselben Vertrag weniger heraus als sein Nachbar an der Hauptstraße. Bei Glasfaser gibt es dieses Gefälle nicht; in den 9.117 Gemeinden dieser Seite ist das der Unterschied, der die Ortsteile betrifft.
Was ein guter Kabelanschluss genauso kann
Die Download-Zahl. Tausend Megabit liefern beide, und für Streaming in der höchsten Auflösung braucht es nicht einmal ein Zehntel davon. Wer von einem funktionierenden Gigabit-Kabelanschluss auf Glasfaser wechselt, wird beim Fernsehen keinen Unterschied sehen.
Auch die Latenz liegt bei beiden im einstelligen Millisekundenbereich. Der Sprung liegt hier zwischen Kupfer und Glas allgemein, nicht zwischen Kabel und Faser. Wer aus einem alten DSL-Anschluss kommt, merkt ihn sofort; wer aus einem Kabelanschluss kommt, eher nicht.
Was gleich bleibt
Dein WLAN. In den meisten Wohnungen ist es der schmalste Punkt der ganzen Strecke, und daran ändert ein neuer Anschluss nichts. Ein Gigabit, das durch zwei Betondecken soll, kommt am Laptop nicht als Gigabit an. Wer nach dem Wechsel enttäuscht ist, hat meistens ein WLAN-Problem und kein Leitungsproblem.
Das andere Ende. Eine Datei lädt so schnell, wie der Server sie hergibt. Ein Videodienst, der abends am Anschlag läuft, wird von deinem neuen Anschluss nicht schneller.
Der Preis. Glasfaser ist nicht billiger als DSL. Im Katalog dieser Seite liegen die Glasfasertarife über die volle Laufzeit gerechnet im Mittel bei 53,86 Euro im Monat, und darin ist schon alles enthalten, was einmalig anfällt. Was du bekommst, ist mehr Leistung fürs Geld, kein günstigerer Anschluss.
Der Vorteil, den niemand auf die Liste schreibt
Ein Glasfaseranschluss ist die letzte Leitung, die dein Haus braucht. Kupfernetze sind über vierzig Jahre in mehreren Anläufen aufgerüstet worden, von ISDN über DSL bis Supervectoring, und jedes Mal war danach wieder eine Grenze erreicht. Bei Glas liegt die Grenze nicht im Kabel, sondern in der Technik an seinen Enden, und die lässt sich tauschen, ohne die Straße aufzureißen.
Praktisch heißt das: Dieselbe Faser, die heute ein Gigabit trägt, trägt in zehn Jahren zehn, wenn jemand die Geräte wechselt. Deshalb wird ein Hausanschluss auch dann gelegt, wenn die aktuelle Leitung noch reicht.
Wann sich der Wechsel eher nicht lohnt
Wenn du allein wohnst, wenig hochlädst und mit deinem jetzigen Anschluss zufrieden bist, ist der Gewinn klein. Die Zahl im Vertrag steigt, im Alltag merkst du wenig davon.
Den Hausanschluss legen zu lassen, lohnt sich trotzdem, solange er nichts kostet. Anschluss und Tarif sind zwei verschiedene Verträge: Du kannst die Faser ins Haus holen und beim alten Anbieter bleiben. Was der Anschluss später kostet, wenn der Bagger wieder weg ist, steht unter Glasfaser Kosten.